4.3 Wie wäre die Versorgung mit Proteinfuttermittel ohne Biodiesel?

4.3.1 Flächenbedarf von Soja bei ausbleibender deutscher Biodieselproduktion

Rapsschrot bleibt für die Eiweißversorgung der deutschen Tierhaltung und hier insbesondere in der Milchviehfütterung, ein zentraler Baustein. Es wird in Europa gentechnikfrei erzeugt und hat Sojaschrot in der Rinder- und Milchviehfütterung weitgehend ersetzt. Neben seinem günstigen Futterwert spricht auch die regionale Produktion an 13 Ölmühlenstandorten in Deutschland für Rapsschrot: kurze Transportwege und hohe Versorgungssicherheit.

Die Biodieselproduktion ist ein entscheidender Treiber für dieses Angebot. 2024 fallen in Deutschland rund gut 3 Mio. t Rapsschrot als Koppelprodukt an. Würde die Nachfrage nach Rapsöl für Biokraftstoffe politisch reduziert, ginge auch das inländische Rapsschrotangebot entsprechend zurück. Dabei wird dies dringend benötigt: Der jährliche Bedarf an Ölschroten liegt bei 7,5 bis 8 Mio. t. Ohne die Nachfrage aus der Biodieselherstellung würden knapp 2,6 Mio. t Sojaschrotäquivalent fehlen, die importiert werden müssten. Diese Menge entspricht in Südamerika einer zusätzlichen Sojaanbaufläche von etwa 1 Mio. ha – eine Fläche, die der Größe Zyperns entspricht. Dieser Flächendruck erhöht das Risiko weiterer Rodungen in ökologisch sensiblen Regionen.

Mit der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) wird versucht, dem gegenzusteuern. Die VO unterstreicht den Handlungsdruck, zusätzliche Landnutzungsänderungen in Drittländern zu vermeiden und für den globalen Klimaschutz wichtige Biotope zu schützen.

Biodiesel oder Regenwaldrodung