2.4 Welche Rohstoffe werden zur Herstellung von Biodiesel und HVO verwendet, der in Deutschland verbraucht wird?

2.4.1 Rohstoffzusammensetzung bestimmt den Biodieselverbrauch

Nach Angaben der BLE wurden im Jahr 2024 gut 3,6 Mio. t (Vj. 3,9 Mio. t) Biokraftstoffe für die Anrechnung auf die THG-Minderungsverpflichtung in Verkehr gebracht. Davon entfielen ca. 2,075 Mio. t auf dieselersetzende Biokraftstoffe (Biodiesel, HVO) und damit deutlich weniger als im Vorjahr (2.621 Mio. t). Ursächlich für diesen Rückgang ist der hohe Anteil von 82 % an Biokraftstoffen aus Abfallölen und-fetten. Der „Vorteil“ dieser Rohstoffe liegt darin begründet, dass sie mit dem THG-Wert von 0 g CO2 in die THG-Bilanzberechnung eingehen. Die hohe THG-Minderungseffizienz macht diese Rohstoffe in Abhängigkeit vom Preis für die quotenverpflichteten Unternehmen der Mineralölwirtschaft vorzüglich. Entsprechend reduzierte sich der Anteil von Biokraftstoffen aus Rapsöl auf ca. 15 % und Sojaöl mit auf ca. 2 %.

Im Quotenjahr 2024 verringerte sich insbesondere der Anteil von HVO deutlich auf 46 %. HVO ist im Vergleich zu Biodiesel aus Abfallölen teurer. Solange das durch die Dieselnorm DIN EN 590 vorgegebene Limit von 7 Vol. % Beimischung nicht überschritten wird, wird Biodiesel bevorzugt eingesetzt

Die hohe Gesamtmenge im Jahr 2020 ist darauf zurückzuführen, dass die THG-Quote von 6 % in diesem Jahr ausschließlich durch den physischen Einsatz von Biokraftstoffen erfüllt werden musste. Ab 2021 war – bei unveränderter Quote – die THG-Quotenübertragung – wieder möglich. Für die Jahre 2025 und 2026 ist diese Option erneut ausgesetzt. Damit kann die Quote nur mit Zertifikaten erfüllt werden, die im jeweiligen Jahr erworben wurden.

Anteil Rapsöl im Biodiesel nahezu stabil