4.1.1 Anteil Anbaufläche für die Biokraftstoffproduktion
2024 wurden weltweit etwa 1,2 Mrd. ha mit Kulturpflanzen wie Getreide, Ölsaaten, Eiweiß-, Zucker- und Faserpflanzen sowie Obst, Gemüse und Nüssen bestellt. Der überwiegende Teil dieser Flächen dient direkt oder indirekt – über die Fütterung von Nutztieren – der Ernährung. Lediglich rund 7 % der Anbaufläche entfielen auf Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion.
Die Rohstofferzeugung zur Biokraftstofferzeugung findet vorrangig in Regionen mit strukturellen Rohstoffüberschüssen statt, insbesondere Kulturarten wie Mais, Sojabohnen und Palmöl. Deren Verarbeitung zu Biokraftstoffen trägt somit zur Reduzierung von Überschüssen bei und schafft zusätzliche Wertschöpfung. Gleichzeitig sinkt in vielen Ländern der Importbedarf von Rohöl oder fossilen Kraftstoffen – ein relevanter Faktor insbesondere für die ärmeren Länder.
Ein weiterer Effekt der Biokraftstoffherstellung ist die hieran gekoppelte Produktion hochwertiger, nachgefragter Eiweißfuttermittel. Diese hiermit verbundene Wertschöpfung ist eine zukunftsweisende Option zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Anbaus, vor allem in Zeiten einer sich verstärkenden Entwicklung und Vermarktung von Pflanzenproteinen aus Soja und Raps für die menschliche Ernährung. Die Produktion von Koppelprodukten trägt als auch dazu bei, den Flächenbedarf für die Ernährung zu reduzieren. Biokraftstoffe aus nachhaltig zertifizierten Rohstoffen sind damit nicht verantwortlich für steigende Rohstoffpreise. Zudem können diese Rohstoffe im Bedarfsfall in die Nahrungsmittelversorgung umgelenkt werden, wie dies während der Ukrainekrise durch das Umschwenken von Sonnen- auf Rapsöl im Supermarktregal Gut beobachten werden konnte
Biokraftstoffe beanspruchen wenig Fläche
