1.6 Erzeugung von Hülsenfrüchten

1.6.1 Erzeugung in der EU-27

Die Erzeugung von Hülsenfrüchten gewinnt in der EU-27 zunehmend an Bedeutung – sowohl mit Blick auf die Biodiversität, da Leguminosen als Blühpflanzen wichtige ökologische Funktionen erfüllen, als auch für den Klimaschutz, weil sie ohne mineralische Stickstoffdüngung auskommen. Zudem haben sie Potenzial als alternative Eiweißquelle für innovative Lebensmittelprodukte.

Für 2025 erwartet die EU-Kommission eine Erzeugung von rund 7,1 Mio. t, etwa 3,2 % mehr als im Vorjahr und damit einen neuen Höchstwert. Besonders deutlich steigen die Ernten bei Futtererbsen und Ackerbohnen. Die Erzeugung von Futtererbsen erreicht 2,4 Mio. t, die von Ackerbohnen 1,4 Mio. t, ein Plus von 8 % bzw. 4 %. Die Sojabohne bleibt 2025 mit knapp 2,9 Mio. t die wichtigste Hülsenfrucht der EU-27 und steht für rund 40 % der gesamten Körnerleguminosenerzeugung. Die Ernte dürfte jedoch leicht unter dem Vorjahr bleiben.

Trotz ihrer wachsenden Bedeutung stehen heimische Eiweißpflanzen weiterhin in Konkurrenz zu importierten Sojabohnen und Sojaschrot, die häufig preisgünstiger sind und hohe Proteinqualitäten aufweisen. Dennoch zeigen die Fortschritte in der Züchtung, im Anbau und in der Verarbeitung von Körnerleguminosen ein steigendes Potenzial auf und bilden eine zentrale Säule der europäischen Eiweißpflanzenstrategie. Die UFOP unterstützt Forschungs- und Entwicklungsprojekte und intensiviert auf EU-Ebene die Öffentlichkeitsarbeit: https://www.ufop.de/agrar-info/agrar/   https://www.dieviervonhier.eu/​​​​​

Erzeugung der Hülsenfrüchte über Vorjahreslinie 

1.6.2 Erzeugung in Deutschland

Die Hülsenfruchternte in Deutschland erreichte 2025 einen neuen Rekord. Nach vorläufigen Zahlen wurden 851.000 t gedroschen, rund 5 % mehr als im Vorjahr. Die Futtererbse bleibt mit 441.100 t und einem deutlichen Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr die wichtigste Körnerleguminose. An zweiter Stelle stehen die Ackerbohnen, deren Erzeugung mit 228.400 t etwa 6 % unter Vorjahresniveau liegen dürfte. Die Süßlupine verzeichnet einen Rückgang um 12 % auf 50.500 t. Die Sojabohne gewinnt weiter an Bedeutung. Trotz gestiegener Anbaufläche dürfte die Ernte aufgrund geringerer Erträge mit 130.800 t um knapp 1 % unter dem Vorjahresniveau bleiben.

Trotz der positiven Entwicklung bleibt der Anbau von Hülsenfrüchten im Vergleich zu anderen Kulturarten auf einem relativ niedrigen Niveau. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ackerkulturen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Dennoch sind Körnerleguminosen unverzichtbar zur Erweiterung der Fruchtfolgen, zur Förderung der Biodiversität und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Durch ihre Fähigkeit, Luftstickstoff über Knöllchenbakterien zu binden, tragen sie zudem erheblich zum Klimaschutz bei. Langfristig besitzen heimische Hülsenfrüchte das Potenzial, sich stärker als alternative Eiweißquelle im Handel zu etablieren. Die UFOP engagiert sich deshalb im Verbundvorhaben LeguNet: https://www.legunet.de/

Erzeugung der Hülsenfrüchte nimmt zu

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