3.1.1 Rapsschrotproduktion mit und ohne Biodieselherstellung
Der Futtermittelmarkt profitiert maßgeblich von der Biodieselherstellung, weil Rapsschrot als proteinreiches Koppelprodukt in der Ölmühle anfällt. 2024 wurden in Deutschland rund 9,8 Mio. t Raps verarbeitet. Daraus entstanden 4,3 Mio. t Rapsöl und 5,5 Mio. t Rapsschrot. Da in Europa nur Rapssorten ohne Gentechnik gezüchtet und zugelassen werden, gilt auch das Nachprodukt Rapsschrot als „gentechnikfrei“ (GVO-frei). Das fördert den Einsatz vor allem in der Milchviehfütterung. Hier kann es Sojaschrot vollständig in der Futterration ersetzen. Hintergrund ist die Nachfrage nach Milchprodukten, die als „ohne Gentechnik“ ausgezeichnet werden. Sie unterstützt damit auch die regionale Produktion und Verarbeitung von Raps. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von Importen an Soja bzw. Sojaschrot verringert.
Ein Rückgang der Biodieselproduktion hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Eiweißversorgung: Fiele der Energiepflanzenanteil weg, würde ein Großteil des heute verfügbaren Rapsschrots entfallen. Um die dadurch entstehende Lücke zu schließen, wären zusätzliche Sojaschrotimporte erforderlich – mit entsprechenden Folgen für die Importabhängigkeit und Nachhaltigkeitsbilanz.
Rapsschrot deckt seit Jahren rund die Hälfte der in Deutschland eingesetzten Ölschrote. 2023/24 lag sein Anteil sogar bei 55 %, während Sojaschrot sich auf niedrigem Niveau stabilisierte. Dies unterstreicht die wachsende Rolle von Rapsschrot als wichtigste heimische Eiweißquelle in der Tierernährung.
Die Bedeutung von Rapsschrot
