2.5.1 Herkunft der Rohstoffe für in Deutschland verwendeten Biodiesel bzw. HVO
Für die Anrechnung auf die THG-Quotenverpflichtung im Dieselmarkt wurden 2024 rund 2,1 Mio. t Biokraftstoffe in Verkehr gebracht. Der überwiegende Teil basiert auf Abfallölen und -fetten. Bei Biodiesel aus Rapsöl ist zu berücksichtigen, dass bei der Verarbeitung der Rapssaat neben Rapsöl auch das proteinreiche Futtermittel Rapsschrot entsteht. Knapp 59 % der für die Biokraftstoffherstellung eingesetzten Rohstoffe – Rapsöl und Abfallöle – stammten 2024 aus Europa. Eingesetzt wurden in Deutschland 2024 insgesamt 284.000 t Rapsöl, davon 43.000 t aus Australien, ca. 239.000 t wurden aus europäischem Raps hergestellt. Rapsöl aus Kanada spielt bisher eine untergeordnete Rolle.
Biokraftstoffe aus Palmöl können seit 2023 nicht mehr auf die Quotenverpflichtung angerechnet werden, der Rohstoff spielt in Deutschland und weiteren Mitgliedsstaaten (z. B.: Italien, Frankreich, Österreich) keine Rolle mehr. Der Rückgang wird kompensiert durch die deutliche Zunahme von Biokraftstoffen aus Abfallölen und -fetten im Jahr 2024: 1,744 Mio. t. Der Anteil von Biodiesel aus Sojaöl verringerte sich weiter von 52.000 t auf 42.000 t. 2023 waren es noch 232.000 t.
In Deutschland wird die zur Biokraftstoffherstellung verwendete Biomasse sowie Abfälle und Reststoffe systematisch in der Datenbank „Nabisy“ in hoher Dokumentationsqualität erfasst und jährlich von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in einem Bericht veröffentlicht. Dieses vorbildliche System der Rückverfolgbarkeit erfasst die zur Kraftstoffnutzung und als Brennstoff (BHKW) in Verkehr gebrachten Mengen. Die Europäische Kommission ist gefordert, eine ebenso hoch qualitative jährliche Berichterstattung zu gewährleisten, sobald die Unionsdatenbank (UDB) ihre verlässliche Funktionsweise für alle betroffenen Wirtschaftskreise nachgewiesen hat.
Importe aus Europa dominieren
