1.3.1 Erzeugung von Getreide
Die globale Erzeugung von Getreide, einschließlich Reis, steigt 2025/26 voraussichtlich das siebte Jahr in Folge und dürfte nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO ein Erntevolumen von 2.990 Mio. t und damit ein neues Rekordniveau erreichen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Zuwachs von 4,4 %. Für alle wichtigen Getreidearten werden höhere Erträge erwartet, wobei der kräftigste Anstieg bei Mais und der geringste bei Reis prognostiziert wird.
Mit einem Anteil von 44 % entfällt der größte Teil der Welterzeugung auf Asien. Dies ist vor allem auf die dort konzentrierte Reisproduktion zurückzuführen. China ist das weltweit bedeutendste Erzeugerland für Getreide und Reis, tritt jedoch kaum als Exporteur auf, da der Großteil der Ernte im Inland verbleibt.
An zweiter Stelle folgt Nordamerika mit 566 Mio. t, was einem Anteil von 19 % entspricht. Die USA stellen mit 366 Mio. t den größten Beitrag. Europa liegt mit 520 Mio. t und einem Anteil von 18 % knapp dahinter. Für Länder wie die USA oder Kanada spielt der Export eine zentrale Rolle, während China trotz großer Erzeugung Importe benötigt.
Asien ist größter Getreideerzeuger

1.3.2 Erzeugung von Ölsaaten
Die globale Erzeugung von Ölsaaten ist in den vergangenen sechs Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben der FAO dürfte sie 2025/26 714 Mio. t erreichen und damit 1,3 % über dem Vorjahresniveau liegen. Das Wachstum basiert vor allem auf einer Ausweitung der Anbauflächen in Südamerika. Ziel der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ist es, keine zusätzlichen Flächen für den Ackerbau umzunutzen. Für das Inverkehrbringen von Soja bzw. Produkten aus Soja ist ein „Herkunftsnachweis“ erforderlich.
Der Ölsaatenanbau ist weltweit gleichmäßiger verteilt als der Getreideanbau. Die regionale Bedeutung der Kulturen unterscheidet sich jedoch deutlich: In Südamerika und den USA dominiert der Sojabohnenanbau, während in Kanada und in der EU-27 aufgrund klimatischer Bedingungen vor allem Raps angebaut wird. In Osteuropa hat die Sonnenblume eine große Bedeutung. In den asiatischen Ländern China und Indien werden sowohl Soja als auch Raps in erheblichem Umfang erzeugt. In Malaysia und Indonesien stellt die Ölpalme die wichtigste Ölfrucht dar.
Diese geografische Vielfalt trägt zur globalen Versorgungssicherheit bei, da regionale Ertragsschwankungen – etwa infolge von El Niño oder La Niña – teilweise ausgeglichen werden können.
Ölsaatenernte auf Rekordhöhe
