2.3.1 Rohstoffbasis für Biodiesel und HVO in der EU-27
Bei pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten bestimmen Verfügbarkeit und Preis deren Einsatz in Biokraftstoffen. In der EU bleibt Rapsöl mit 45 % der wichtigste Rohstoff. Die Gesamtproduktion an Biodiesel bzw. HVO ist 2024 um 2,8 % gegenüber 2023 auf 15 Mio. t zurückgegangen. Der Anteil von Rapsöl nahm darin zu. Auch der Anteil von Altspeisefetten stieg etwas und lag 2024 bei 21 %. Als Folge des in einigen Mitgliedsstaaten (Frankreich, Deutschland und weitere) geltenden Ausschlusses der Anrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl ging der Anteil von Biokraftstoffen aus Palmöl 2024 auf 18 % zurück.
Parallel treibt die EU und insbesondere Deutschland den Einsatz erneuerbarer und alternativer Kraftstoffe politisch voran – etwa über feste Quoten für Biokerosin und andere erneuerbare Energieträger (synthetische Kraftstoffe wie H2, e-Fuels). Die novellierte Erneuerbare Energien-Richtlinie (2023/2413 – RED III) setzt den Mitgliedsstaaten ambitionierte Ziele. Bis 2030 muss entweder eine Reduktion der Treibhausgasintensität im Verkehrssektor um mindestens 14,5 % oder einen Anteil der erneuerbaren Energien von mindestens 29 % im Straßen- und Schienenverkehr erreicht werden. Zusätzlich gilt ein unionsweites Unterziel: Der kombinierte Anteil fortschrittlicher Biokraftstoffe und erneuerbarer, nicht-biogener Kraftstoffe soll bis 2030 mindestens 5,5 % erreichen, davon mindestens 1 % in Form von RFNBOs (strombasierten Kraftstoffen).
Einschränkend ist festzuhalten, dass die statistische Grundlage der Rohstoffanteile je nach Quelle erheblich variiert. Hier bedarf es einer verbesserten und aktualisierten amtlichen Statistik durch die EU-Kommission. Mit einer funktionierenden Unionsdatenbank stünden der EU-Kommission die erforderlichen Daten zur Verfügung.
Rapsölanteil nimmt weiter zu
